Grundschule / SZO Oberlichtenau (Einsatzübung)
| Datum: | 07.10.2013, 18.23 Uhr |
| Einsatzart: | Brandeinsatz |
| Einsatzort: | Grundschule Oberlichtenau / SFZ Oberlichtenau |
| Erläuterung: | Entstehungsbrand Proberäume SZO – mehrere vermisste Personen |
Die Zeit, wenn die Tage wieder merklich kürzer werden, ist für die Feuerwehren die Zeit der großen Übungen. Das Erlernte des Ausbildungsjahres, soll erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden.
Wie bereits in den letzten Jahren, wollten wir als Gemeindefeuerwehr Pulsnitz unsere Zusammenarbeit weiter festigen und in eben solch einer Übung unser Können beweisen. Als Übungsobjekt erkoren wir das Gebäude unserer Grundschule, in dessen oberen zwei Etagen sich die Proberäume des SZO befinden. Da die Ausrückeordnung unseres Ortes für dieses Objekt eine größere Anzahl von Wehren vorsah, reifte in uns schnell der Entschluss, diese Übung nicht nur auf der Ebene der Gemeindewehr durchzuführen, sondern alle vorgesehenen Wehren einzubinden. Auch der SZO war von der Idee sofort überzeugt, schließlich konnte man in diesem Zuge gleich eine Alarmierung und Evakuierung der bis zu 60 anwesenden Kinder proben.
Am7.10. war es dann soweit.
Die JFW Pulsnitz und unsere JFW Oberlichtenau stellten die Verletzten. Unterstützt von zwei Nebelkanonen wurden die Räumlichkeiten von den Toilettenräumen aus in Szene gesetzt. Schon eilte ein Erwachsener des SZO durch die Flure und alarmierte die Probenden. Schnell wurde das Gebäude über die beiden Rettungswege verlassen und in Richtung Sammelplatz geeilt. Auch das Absetzen eines Notrufes an die Leitstelle wurde in diesem Zuge geübt.
Nur Momente später ertönten die Sirenen von Friedersdorf, Pulsnitz und Oberlichtenau. Die alarmierten Wehren unseres Gemeindegebietes und die SEG der DRK-Ortsgruppe Oberlichtenau eilten zum Einsatzort. Sofort wurden die einzelnen Fahrzeuge den vorgesehenen Einsatzabschnitten zugeordnet. Die Einzelnen Abschnittsleiter begannen sofort ihre Befehle umzusetzen und begannen mit der Menschenrettung. Schnell wurde der Einsatzleitung aber auch klar, dass man hier mehr als die vorhandenen Kräfte benötigt. So wurden die bereits angekündigten Wehren zur Unterstützung angefordert. Die Wehren Großnaundorf, Reichenbach und Steina eilten kurze Zeit später zu unserer Unterstützung herbei.
Der ersteintreffenden Wehr von Großnaundorf wurde der Abschnitt 3, die Löschwasserversorgung übergeben. Gemeinsam mit der Wehr aus Reichenbach wurde eine unabhängige Löschwasserversorgung von dem Pulsnitz-Bach zur Einsatzstelle verlegt. Mehrere hundert Meter Schlauchleitung wurden dazu benötigt.
Ärgerlicherweise muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass die Kammeraden aus Großnaundorf von einem Anwohner regelrecht vom Grundstück gejagt wurden, als sie dort ihre Löschwasserentnahmestelle einrichten wollten. So mussten sie an eine ungünstigere Stelle ausweichen, welche durch einen niedrigeren Wasserstand, die Wasserförderung verzögerte. Im Falle einer Übung muss man dieses Verhalten, wenn auch mit einem Kopfschütteln, so hinnehmen. Im Ernstfall würde dies so aber nicht geschehen, dann gibt uns die Gesetzeslage glücklicherweise das Recht, sich über diese engstirnigen Ansichten hinwegzusetzen.
Nach ca. 90 Minuten war die Übung beendet. Nach dem alle Wehren ihre eingesetzten Mittel wieder verstaut hatten, wartete natürlich noch eine Auswertung.
Bei dieser Einsatzübung waren 82 Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren mit 13 Fahrzeugen im Einsatz. Dazu kommen noch 13 Kameraden der SEG mit 5 Fahrzeugen. Gerettet wurden 12 Kinder. Das Zusammenspiel der einzelnen Wehren funktionierte hervorragend. Auch unser Ziel, die Zusammenstellung der Kräfte eines Abschnitts aus Kameraden verschiedener Wehren ergab keinerlei Probleme. Die Einrichtung einer örtlichen Einsatzleitung durch eine Führungseinheit, die von unserem MZF aus agierte, funktionierte ebenso fast fehlerfrei. Die erwartete Entlastung und Unterstützung des Einsatzleiters trat voll ein. Verbesserungen können im Bereich Einsatzstellenfunk erreicht werden. Die Einführung des Digitalfunkes wird für uns da noch eine große Herausforderung. Kritisch betrachten wir das Verhältnis der Anzahl der anwesenden Kräfte zu der Anzahl der davon anwesenden Atemschutzgeräteträger. Denn nur 15 Kameraden waren ASGT. Ebenso sorgenvoll betrachten wir den Umstand, dass man bezweifeln muss, dass 82 Kameraden zu einer deutlich zeitigeren Tageszeit erreicht worden wären. Da haben höhere Institutionen dringend Nachholbedarf. Es kommen zum Beispiel auf 1 ASGT in der Gemeinde Pulsnitz 285 Bürgerinnen und Bürger.
Das soll es aber nun langsam gewesen sein. An der Länge des Berichts kann man sicherlich erkennen, welche Bedeutung diese Einsatzübung für die Entwicklung unsere Wehren hatte.
Abschließend noch einmal ein riesen Dank an alle Beteiligten und natürlich an die Verantwortlichen des SZO.
Bilder unter www.blaulicht-paparazzo.de