Abgestürzte Person im Steinbruch (Einsatzübung)
| Datum: | 02.09.2016, 19.10-21.00 |
| Einsatzart: | H2 THL Mittel – Gewässer, Personen im Wasser |
| Einsatzort: | Steinbruch, an der Waldautobahn |
| Erläuterung: | Personenrettung |
Am Freitag Abend stürzte ein Junge beim Pilze suchen über den Rand des Steinbruchs an der Waldautobahn in Oberlichtenau.
Beim Versuch seinen Sohn zu retten, stürzte auch der Vater in die Tiefe.
Beide verletzten sich beim Sturz schwer und lagen in ca 10 Meter Tiefe auf einem kleinen Vorsprung in Höhe der Wasseroberfläche des Steinbruchs.
So oder so ähnlich könnte es sich abgespielt haben.
Denn das war das Szanario welches zu unserer Einsatzübung am 02.09.2016 führte.
Nachdem die beiden Statisten den Abstieg gemeistert hatten und ihre „missliche Lage“ eingenommen hatten, ertönten pünktlich 19:10 Uhr die Sirenen und Funkmeldeempfänger in Oberlichtenau.
Alarmiert wurde der KdoW, das HLF und auch das TLF.
Durch die etwas geringe Mannschaftsstärke wurde auf den Einsatz des TLF verzichtet, was sich zu einem späteren Zeitpunkt noch als nachteilig herausstellen sollte.
Nachdem der Kommandowagen und das Löschfahrzeug an der Einsatzstelle eingetroffen waren, wurde bei der ersten Lageerkundung durch den Einsatzleiter schnell festgestellt, dass eine Rettung der Personen die Steilwand herauf nicht möglich ist.
Deshalb wurde eine einfachere und sichere Lösung gewählt.
Mithilfe unseres Schlauchbootes sollten die beiden Statisten jeweils über den „Seeweg“ zu einem flacheren Ufer gebracht und dort dann dem Rettungsdienst übergeben werden.
Also wurde ein Teil der Mannschaft zurück zum Gerätehaus geschickt um das Boot zu holen.
Uns ist es derzeit nicht möglich das Boot jederzeit mitzuführen.
In der Zeit stieg ein Trupp über gesicherte Steckleiterteile zu den beiden Personen herab. Dieser Trupp übernahm die Erstversorgung.
Da es Anfang September schon nach 20:00 Uhr beginnt zu dämmern, wurde auch mit der Ausleuchtung der Einsatzstelle begonnen. Jetzt zeigte sich, dass der nötige Verzicht auf das TLF von Nachteil gewesen ist. Denn ein komplettes Ausleuchten der gesamten Einsatzstelle war nun nicht möglich. Der Ausstieg und die Patienten-Übergabestelle konnten nur notdürftig und nicht wirklich sicher erhellt werden.
Nachdem das Boot an der Einsatzstelle eingetroffen war, wurde es an der flacheren Stelle zu Wasser gelassen und ein Trupp setzte über um Patient für Patient zu retten.
Der Vater hatte eine Beinverletzung und sein Sohn eine schwerere Rückenverletzung.
Der Vorsprung, auf welchem sich nun die beiden Statisten und der versorgende Trupp befanden, war sehr klein. Daher entschied sich der Einsatzleiter dafür, von der Grundregel abzuweichen, dass schwer verletzte Personen zuerst zu retten sind.
So konnte, nachdem der Vater befreit war, sein Sohn patientengerecht auf eine Trage gelegt werden und so rückenschonend mit dem Schlauchboot gerettet werden.
Gegen 20:15 Uhr waren beiden Personen gerettet und wir konnten mit dem Abbau beginnen.
Am Gerätehaus eingetroffen wurden der gesamte Einsatz und die getroffenen Eintscheidungen noch einmal ausgewertet, diskutiert und erläutert.
Gegen 21:00 Uhr war die Übung dann beendet.
Wir möchten uns noch einmal recht herzlich bei den beiden Statisten und den Grundstückseigentümern bedanken, dass Sie uns diese Übung ermöglicht haben.