
Verpuffung in Fabrikhalle
Am Donnerstagabend schrillten die Sirenen im Ort und wir machten uns zu einem Mittelbrand durch eine Verpuffung auf den Weg. Als wir auf dem Fabrikgelände ankamen, fanden wir mehrere verletzte Personen vor, welche alles gute Schauspieler waren. Dieser Einsatz war die Abschlussübung der Feuerwehren Oberlichtenau, Friedersdorf und Pulsnitz.
Wir bauten mit Hilfe von 44 Feuerwehrmännern und -frauen eine umfangreiche Rettung mit Hilfe der Drehleiter auf, da viele Personen sich auf einem Baugerüst rund um das Gebäude befanden. Große Hilfe bei der Betreuung von Verletzten erhielten wir vom DRK Ortsverband Oberlichtenau und der SEG (Schnelleinsatzgruppe) Kamenz. Nach dem Ausleuchten wurde dann in den inzwischen gebildeten Abschnitten mit der Rettung und Übergabe an die Verletztensammelstelle begonnen. Dabei musste die Reihenfolge festgelegt werden und ob eine patientenorientierte oder eine sogenannte „Crash“-Rettung anzuwenden war. Somit musste durch die Einsatzkräfte auch eine Erkundung und Beurteilung der verschiedenen Verletzungsmuster erfolgen, um die Rettungskräfte darüber informieren zu können. Dabei waren Wirbelsäulenverletzungen, Beinbrüche, bewusstlose Personen und ein „Bauarbeiter“ mit extremen Angstzuständen auf dem Gerüst, ebenso wie eine abgestürzte Person in einem Kellerabgang und eine gepfählte Person in einem Schuttcontainer zu retten. Unglücklicherweise war noch ein Arbeiter auf einer Palette Fässer gelandet, wovon eines leckschlug und eine ätzende und umweltgefährdende Flüssigkeit auf den Patienten und in die Kanalisation lief. So wurde auch der Umgang mit Chemikalien und Verletzung durch diese dargestellt und geübt. Es war also notwenig spezielle Maßnahmen zu treffen, von der Bestimmung der Chemikalie bis hin zur Bekämpfung der Gefahr für alle.
Zugleich wurde auch eine stabile Wasserversorgung errichtet, so dass, wenn es zu einem Brand gekommen wäre, die Einsatzkräfte schnell hätten handeln können. Wie oben schon angedeutet wurde auch die Bildung von verschiedenen Einsatzabschnitten erprobt und die Einrichtung einer Kommandozentrale, damit man etwas Ordnung in die chaotische Situation bringen konnte.
Am Ende konnten alle Verletzten auf wundersame Weise geheilt werden und so wurde die Übung am Ende gemeinsam ausgewertet, wobei auch für das leibliche Wohl von allen gesorgt wurde. Natürlich wurden bei so einem Szenario unweigerlich aufgetretene Fehler (so eine Übung war für viele „Neuland“) ebenfalls besprochen. Alles in allem konnte man aber zufrieden sein, da die Grundaufgabe gelöst wurde.
Ein herzliches Dankeschön hiermit an die Kameraden der Feuerwehr Reichenbach/Reichenau, welche sehr authentisch die Verletzten spielten!
Ebenso möchten wir uns auch bei der Firma bedanken, welche uns ihr Gebäude zur Verfügung stellte. Es war die perfekte Kulisse für unsere Übung!
Und ein Dankeschön an Blaulicht-Magazin für die Fotos.
